Mittwoch, 16.06.2021 13:07 Uhr

Željava Air Base

Verantwortlicher Autor: Thomas Holland Željava, 29.01.2021, 21:34 Uhr
Presse-Ressort von: Tom van Dutch Bericht 3896x gelesen

Željava [ENA] Nicht weit von Bihac, fast unmittelbar an der bosnischen Grenze liegt die Željava Air Base. Dies war früher die größte militärische Flugzeugkaverne Europas. Rund 6. Milliarden Dollar hat der jugoslawische Staat für die Fertigstellung von Objekat 505 investiert. Hier konnten bis zu 80 Mig-21, 110 Piloten und rund 1400 Soldaten untergebracht werden......................

Das Objekt konnte, angeblich, einer Atomexplosion mit 20-30 Kilotonnen standhalten. In der vorgelagerten Kaserne waren nochmals knapp 5000 Soldaten stationiert. Die gesamte Anlage wurde bis zum Ausbruch des Jugoslawienkriegs genutzt. Mit dem Rückzug der Jugoslawischen Volksarmee aus Bosnien 1991 wurde die Kavernenanlage und die Pisten mit insgesamt 56 Tonnen Sprengstoff gebrauchsunfähig gemacht. Einige Bereiche im Inneren sind mit PCB kontaminiert. Teile der Pisten und des Außengeländes sind immer noch vermint. Vor dem Berg wurden fünf Startbahnen und Rollwege zu den vier Vorstollen angelegt. Von den drei Hauptstartbahnen ist jede lang genug, um eine MiG-21 mit voller Beladung starten zu lassen.

Tor von innen

Mittig im Stollen Nr. 4 befindet sich ein Zugangsstollen zu einem zylindrischen Raum. Daran angeschlossen sind fünf Stollen für Auswertung der Aufklärungsbilder, ELINT, Einsatzleitstelle, Fallschirmpackung und Staffelraum. Neben WC-Anlagen befand sich dort ein Aufzug, welcher 30 m nach oben in den Kriegskontrollturm fuhr. Hinter einer 68 mm dicken Panzerstahlplatte befanden sich Arbeitsplätze mit Funkausrüstung und dahinter ein Lageraum mit mehreren Radarüberwachungs-Arbeitsplätzen. Die drei Tunnel, welche nach dem Durchfahren erreicht wurden, dienten als Abstell- und Wartungshallen. Jeder von ihnen war oval, 20 m breit, 8 m hoch und zwischen 350 und 500 m lang. In den Stollen konnten zwei MiG-21 nebeneinander stehen.

Somit ist genug Platz vorhanden, damit neben einem abgestellten Kampfflugzeug ein Tanklastwagen und Personal passieren konnte. Es wurden elektrische Schlepper verwendet, welche die Flugzeuge einzeln hinein und vor einem Einsatz wieder nach draußen zu Vorbereitungsplätzen schleppten. Dort wurden die Triebwerke mit Hilfe von Startgeräten angelassen und die Kampfflugzeuge konnten von dort direkt auf der Startbahn abheben. Diese Einrichtungen erlaubten den Betrieb mit bis zu 80 in der Kaverne betriebsbereit gehaltenen MiG-21.

Nach einem erfolgten Einsatz stellten die Kampfflugzeuge auf der Bereitstellungsplatte vor der Kaverne die Triebwerke ab. Dort wurden sie mittels Schleppstange an Flugzeugschlepper mit Elektromotoren angehängt und in den Fliegerstollen gezogen. Die Schlepper waren elektrisch betrieben um allfällige Explosionen der austretenden Treibstoffe in den Stollen vorzubeugen. Auf den zugewiesenen Parkfeldern im Stollen wurden die Kampfflugzeuge einer einfachen Zwischenflugkontrolle unterzogen, aus einem Flugfeldtankwagen mit Kerosin betankt und aufmunitioniert. Im Inneren der Kaverne war in den insgesamt 3,5 km langen Stollen genug Platz für vier vollausgerüstete MiG-21PF-Staffeln. So waren darin 110 Piloten und Fliegerbodentruppen einquartiert.

Gesprengte Tanks

Die wichtigen Räume waren mit insgesamt 56 gepanzerten Bunkertüren versehen. In verschiedenen Seitenstollen und Nischen waren zwei Diesel-Generatoren für 1000 bzw. 625 kVA, drei Staffelkommandostände, Luft-Kompressoren und Klimaanlagen, ein Lagezentrum, eine Kantine für 1000 Personen, eine Krankenstation und eine Entwicklungskammer für Nassbilder der MiG-21R-Aufklärer eingebaut. Wasser wurde einem unterirdischen Flusslauf entnommen und in die einzelnen Nasszellen verteilt. Reparaturen erfolgten im Wartungsstollen Nr. 2 mittels der ausreichend vorhandenen Apparaturen und Ersatzteilen.

Neben einem großen Munitionslager für Maschinenkanonenmunition, Luft-Luft-Lenkwaffen und Freifallbomben waren fünf zylindrische Treibstofftanks für 500.000 Liter Kerosin vorhanden. Diese Vorräte konnten den eingeschränkten Flugbetrieb von 60 MiG-21 für zwei Monate sicherstellen. Zudem waren Stollen zu einem 5 km entfernten Munitionsdepot und unterirdische Treibstoffleitungen zu einem 20 km entfernten Treibstofflager vorhanden. Ingesamt waren hier 3. Jagtstaffeln und 1. Aufklärngsstaffel stationiert.

Filmdose
Tunnel
Start- und Landebahn
Entwickelte Luftaufnahmen

Auf dem Bergrücken der 1650 m hohen „Gola Plješevica“ befindet sich eine ebenfalls in den Berg gebaute Radarzentrale. Von der Radarzentrale ist lediglich die Kuppel des britischen Marconi S-613-Suchradars ersichtlich. In der Radarzentrale befindet sich ein Lageraum mit vier Radarcontroller-Arbeitsplätzen, ein separater Raum mit denselben Radarcontroller-Arbeitsplätzen, ein mittels Panzertür geschützter Eingang und sechs Büros für Meteorologen, Flugvorbereitung und Radaroperatoren. Durch einen Lift ist die Radarzentrale mit der 121 m tiefer liegenden Kaverne verbunden.

Mit dem S-600-Radarsystem, bestehend aus 3D-Such- und einem Höhenmessradar, konnten Flugzeuge im Idealfall 400 km tief in den italienischen, österreichischen und ungarischen Luftraum erfasst werden. Es konnten so sechs Flugzeuge gleichzeitig verfolgt und mittels Abfangjägern abgefangen werden.

Für den Artikel ist der Verfasser verantwortlich, dem auch das Urheberrecht obliegt. Redaktionelle Inhalte von European-News-Agency können auf anderen Webseiten zitiert werden, wenn das Zitat maximal 5% des Gesamt-Textes ausmacht, als solches gekennzeichnet ist und die Quelle benannt (verlinkt) wird.
Zurück zur Übersicht
Info.